Betriebswirtschaft

Bilanzanalyse Online

Sonntag, August 16th, 2009 by Mischa | Betriebswirtschaft, Finanzbuchhaltung | Keine Kommentare

Bilanzdaten erfassen

Die Bilanz ist eine Momentaufnahme, d.h. die buchhalterische Abbildung der wirtschaftlichen Lage der Unternehmung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Aktiven (Vermögen) und Passiven (Schulden und Reinvermögen) werden einander gleichwertig gegenüber gestellt. Die Bilanz zeigt Bestände, nicht Abläufe oder Prozesse. Deshalb wird die bilanzbezogene Analyse auch statische Analyse genannt.

Anhand der folgenden Maske kann schnell und einfach eine Bilanz analysiert werden:

Bilanz vom 31.12.20_2

?
?

Die Daten werden nicht gespeichert oder weiter verarbeitet.

Auswertung

Nach der Eingabge werden die folgende Kennzahlen analysiert:

Kapitalstruktur (Passiven)

Fremdfinanzierungsgrad (Fremdkapitalquote) Fremdkapital / Gesamtkapital
Eigenfinanzierungsgrad (Eigenkapitalquote) Eigenkapital / Gesamtkapital
Finanzierungsverhältnis (Anspannungsgrad) Fremdkapital / Eigenkapital
Selbstfinanzierungsgrad Zuwachskapital / Eigenkapital

Vermögensstruktur (Aktiven)

Intensität des Umlaufvermögens Umlaufvermögen / Gesamtvermögen
Intensität des Anlagevermögens Anlagevermögen / Gesamtvermögen
Investitionsverhältnis Umlaufvermögen / Anlagevermögen

Lquidität (Zahlungsbereitschaft)

Liquiditätsgrad 1 Liquide Mittel / Kurzfristiges Fremdkapital
Liquiditätsgrad 2 ( Liquide Mittel + Forderungen ) / Kurzfristiges Fremdkapital
Liquiditätsgrad 3 Umlaufvermögen / Kurzfristiges Fremdkapital

Liquiditätsstaffel
  Liquide Mittel
./. Kurzfristiges Fremdkapital
= Überdeckung 1. Stufe
+ Forderungen
= Überdeckung 2. Stufe
+ Vorräte
= Überdeckung 3. Stufe
Nettoumlaufvermögen

Anlagedeckung (Goldene Bilanzregel)

Anlagedeckungsgrad 1 Eigenkapital / Anlagevermögen
Anlagedeckungsgrad 2 ( Eigenkapital + langfr. Fremdkapital ) / Anlagevermögen

Anlagedeckungsstaffel
  Eigenkapital
./. Anlagevermögen
= Überdeckung 1. Stufe
+ Langfristiges Fremdkapitel
= Überdeckung 2. Stufe
Nettoumlaufvermögen

Auch direkt zu finden unter:

http://www.bilanzanalyse.ch

Tags: , , , , , ,

Beispiel Berechnung Bezugsrecht

Dienstag, August 11th, 2009 by Mischa | Betriebswirtschaft, Finanzbuchhaltung | Keine Kommentare

Ausgangslage

Das Aktienkapital von bisher 3 Mio. Franken wird um Mio. Franken erhöht (2′000 Aktion zu Fr. 500.- Nennwert). Der Emissionspreis beträgt Fr. 800.-. Der Kurs einer Aktie vor der Aktienkapitalerhöhung ist Fr. 1′050.-.

Ohne Formel

Um bei einer Aktienkapitalerhöhung das Bezugsrecht zu berechnen, gibt es zwei Möglichkeiten. Wer nicht mit der Formel arbeiten möchte, kann sich folgende Überlegungen machen:

Wert von 3 alten Aktien zu Fr. 1′050.- 3′150.00
+ Wert von 1 neuen Aktie (Bezugspreis) 800.00
= Wert von 4 Aktien nach Kapitalerhöhung 3′950.00
Wert von 1 Aktie nach Kapitalerhöhung 987.50
Wert von 1 Aktie vor Kapitalerhöhung 1′050.00
- Wert von 1 Aktie nach Kapitalerhöhung 987.50
= Rechnerischer Wert des Bezugsrechtes 62.50

Mit Formel

Mithilfe der Formel für die Berechnung des Bezugsrechts kann das Bezugsrecht folgendermassen berechnet werden:

Beispiel Berechnung Bezugsrecht mit Formel

Tags: ,

Übung: Finanzierungsvarianten beurteilen und entscheiden

Freitag, April 17th, 2009 by Mischa | Betriebswirtschaft, Übungen | Keine Kommentare

Diese Übung zeigt zwei verschiedene Finanzierungsvarianten (Obligationenanleihen oder Erhöhung des Aktienkapitals). Anhand von verschiedenen bekannten Werten, soll entschieden werden, welche Variante finanziell zu bevorzugen ist.

Tags: , , , ,

Übung: Analyse von Bilanz und Kennzahlen

Sonntag, April 12th, 2009 by Mischa | Betriebswirtschaft, Übungen | Keine Kommentare

Analyse von Bilanz und Kennzahlen: Vervollständigung einer Bilanz und fehlenden Kennzahlen anhand von bekannten Werten.

Tags: , ,

Bezugsrecht und Kapitalerhöhung

Sonntag, März 29th, 2009 by Mischa | Betriebswirtschaft | 3 Kommentare

Definition von Bezugsrecht:

Beim Bezugsrecht handelt es sich um das Recht zum Bezug zusätzlicher Aktien im Verhältnis zur bisherigen Beteiligung.

Das Bezugsrecht verkörpert einen bestimmten Wert. Dieser entspricht dem Preis, den ein Käufer früherer Aktien dem Eigentümer bezahlen muss, wenn dieser die neuen Aktien nicht selbst bezieht, sondern das Bezugsrecht verkaufen will.

Berechnung

Sind die nötigen Informationen gegeben, kann der Wert des Bezugsrechts berechnet werden.

BR = Wert des Bezugsrechts einer alten Aktie
Ka = Kurs der alten Aktie vor Kapitalerhöhung
Ke = Emissionskurs der neuen Aktien
a = Anzahl alte Aktien
n = Anzahl neue Aktien

Formel für den rechnerischen Wert des Bezugsrechts:

Formel Bezugsrecht Variante 1

oder alternativ

Formel Bezugsrecht Variante 2

Fallbeispiel Kapitalerhöhung

Im Herbst 2002 erhöhte die Mulibu AG ihr Aktienkapital von 225 Mio. Fr. auf 250 Mio. Fr. Folgende Eckwerte waren dabei von Bedeutung:

  • Anzahl alte Aktien: 450 000 Stück à nom. 500 Fr.
  • Tageskurs: 1355 Fr.
  • Anzahl neue Aktien: 50 000 Stück à nom. 500 Fr.
  • Bezugspreis: 1000 Fr.
  • Bezugsverhältnis: 9 : 1

Berechnung der Höhe des Bezugsrechts:

Berechnung Bezugsrecht Fallbeispiel

Nun ergeben sich verschiedene Berechnungen der Aktionäre für folgende Fälle:

Ein bisheriger Aktionär mit 9 Aktien, der keine neuen Aktien erwerben möchte:

Alter Wert: 9 Aktien zu 1355.00 Fr. = 12195.00 Fr.
Neuer Wert: 9 Aktien zu 1319.50 Fr. = 11875.50 Fr.
Wert der Bezugsrechte: 9 Bezugsrechte zu 35.50 Fr. = 319.50 Fr.

Er hat somit ein Aktienwert von 11875.50 Fr. und ein Wert der Bezugsrechte von 319.50 Fr.

Ein bisheriger Aktionär mit 9 Aktien, der das Bezugsrecht ausüben will:

Alter Wert: 9 Aktien zu 1355.00 Fr. = 12195.00 Fr.
Neuer Wert: 9 Aktien zu 1319.50 Fr. = 11875.50 Fr.
Wert der Bezugsrechte: 9 Bezugsrechte zu 35.50 Fr. = 319.50 Fr.
Kauf von einer neuen Aktie: 1000.00 Fr.

Er hat nun einen Aktienwert von von 13195.00 Fr. (10 Aktien zu 1319.50 Fr.)

Ein neuer Aktionär kauft die Aktien zum Bezugspreis von 1000.00 Fr., muss jedoch die Bezugsrechte (90 Stk. für 10 Aktien) erwerben.

Neuer Wert: 10 Aktien zu 1000.00 Fr. = 10000.00 Fr.
Wert der Bezugsrechte: 90 Bezugsrechte zu 35.50 Fr. = 3195.00 Fr.
Er hat somit einen Aktienwert von 13195.00 Fr. (10 Aktien zu 1319.50 Fr.)

Tags: , ,

Innenfinanzierung

Freitag, März 6th, 2009 by Mischa | Betriebswirtschaft | Keine Kommentare

Innerhalb der Innenfinanzierung werden zwei Hauptbereiche unterschiedene:

  • Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten
  • Selbstfinanzierung

Bei der Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten (auch Abschreibungsrückflüssen genannt) handelt es sich um die Abschreibung auf den Potentialfaktoren (z.B. Maschinen), welche in die mit dem Potentialfaktor hergestellten Produkten verrechnet wird.

Wenn das Produkt nun verkauft wird, entsteht ein Zustrom an liquiden Mitteln, welche für spätere Ersatzinvestitionen eingesetzt werden können.

Bei der Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten findet somit eine Vermögensumschichtung statt, indem der Nutzleistungsabgang der Potentialfaktoren in liquide Mittel umgewandelt wird.

Dieses Verhalten wird als Lohmann-Ruchti-Effekt bezeichnet.

Anhand des folgenden Beispiels kann dieser Effekt verdeutlicht werden:

Beispiel Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten

Beispiel Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten.

Download: Beispieltabelle “Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten als PDF downloaden.

Bei der Selbstfinanzierung handelt es sich um die Beschaffung von Kapital durch entweder zurückbehaltene oder selbsterarbeitete Gewinne.

Folgende Formen der Selbstfinanzierung können unterschieden werden:

  • offene Selbstfinanzierung: Nicht ausgeschüttete Gewinne werden Reservekonten zugewiesen
  • verdeckte Selbstfinanzierung: Bildung von stillen Reserven durch Unterbewertung von Aktiven und Überbewertung von Passiven

Die Motive der Selbstfinanzierung können sein:

  • Wachstum
  • Stabile Beteiligungsverhältnisse (Eigenkapital muss nicht erhöht werden)
  • Schonung der Liquidität
  • Steuern sparen
  • Schutz vor Inflation

Tags: , ,

Zielbildung: Grundprinzipien

Sonntag, März 1st, 2009 by Mischa | Betriebswirtschaft | Keine Kommentare

Bei der Bildung von Unternehmenszielen sind vier Grundprinzipien zu beachten:

  • Eigentumsprinzip: Vermehrung des Eigentums
  • Wettbewerbsprinzip: Langfristiges Überleben am Markt
  • Legitimationsprinzip: Befriedigung gesamtgesellschaftlicher Bedürnisse und Akzeptanz der Gesellschaft
  • Gleichgewichtsprinzip: Rücksichtnahme auf die Überlebensfähigkeit des Ökosystems

Tags: ,

Ziele der Finanzierung

Donnerstag, Februar 26th, 2009 by Mischa | Betriebswirtschaft | Keine Kommentare

Die Ziele der Finanzierung können in Formalziele und Sachziele unterteilt werden:

Formalziele

  • Gewinn auf dem zur Verfügung stehenden Kapital
  • Finanzielles Gleichgewicht
  • Versorgung mit Kapital
  • Risikokapital
  • Unabhängigkeit

Sachziele

  • Die für die Unternehmungstätigkeit
    • notwendigen finanziellen Mittel
    • im notwendigen Umfang
    • in der erforderlichen Art
    • zum richtigen Zeitpunkt
    • am richtigen Ort
      bereitstellen

Tags: ,

Unternehmen und Umwelt

Sonntag, Oktober 19th, 2008 by Mischa | Betriebswirtschaft | Keine Kommentare

Um Lücken im Thema Wirtschaft und Unternehmen zu füllen, liste ich hier einige Facts auf (ein Lückenbüsser):

Wirtschaft und Unternehmen

Unter New Public Management versteht man wirkungs-, produkt- und nutzenorientierte Verwaltungsführung.

Aus Sicht einer managementorientierten Betriebswirtschaftslehre interessieren diejenigen Merkmale, die bei der Führung von Unternehmen von Bedeutung sind.

Die Methode des vernetzten Denkens eignet sich zur Problemanalyse und hat sich als wirksames Instrument erwiesen.

Die Umwelt kann gemäss dem St.Galler Management-Modell in vier Umweltbereiche bzw. -sphären eingeteilt werden, in denen jeweils ein spezielles Problem im Vordergrund steht:

  • Gesellschaft
  • Natur (Ökologie)
  • Technologie
  • Wirtschaft

Negative externe Effekte, welche in Geld bewertet sind, werden auch Sozialkosten genannt. Die die betroffenen von negativen externen Effekten die Kosten tragen müssen, führt dies damit zu einer Verfälschung der Wettbewerbsverhältnisse: Wer umweltbelastend produziert kann Kosten anderen übertragen und profitiert von geringeren Produktionskosten.

Die funktionelle Gliederung der Betriebswirtschaftslehre beruht auf der Einteilung betrieblicher Probleme nach den Funktionen. Unterscheidung nach Unternehmensfunktionen:

  • Finanzierung
  • Personal
  • Investition
  • Materialwirtschaft
  • Forschung und Entwicklung
  • Produktion
  • Marketing
  • Führung
  • Organisation
  • Rechnungswesen
  • Informationsmanagement
  • Recht

Typologie des Unternehmens

Als wichtigste Unterscheidungsmerkmale von Industrieunternehmen lassen sich festhalten:

  • Nach dem vorherrschenden Produktionsfaktor
  • Nach der Anzahl der zu fertigenden Produkte (Fertigungstypen)
  • Nech der Anordnung der Maschinen (Fertigungsverfahren)

Kommanditgesellschaften vereinigt zwei oder mehrere Personen zu einem gemeinsamen Zweck. Die beschränkt haftende Partei tritt für ihre Vermögenslage ein.

Die GmbH kennzeichnet sich durch die Beteiligung der Gesellschafter am Stammkapital per Einlage und in bestimmten Fällen haften die Gesellschafter über die Stammeinlage hinaus.

Bei Genossenschaften müssen die Mitglieder keinerlei Haftung übernehmen. Genossenschaften können wirtschaftliche Interessen verfolgen.

Rein personenbezogene Gesellschaften sind:

  • Genossenschaften
  • Vereine
  • Kommanditgesellschaften
  • Kollektivgesellschaften
  • Einzelgesellschaften

Unternehmenskooperationen können nach folgenden drei Kriterien unterschieden werden:

  • Produktionsstufe
  • Dauer der Verbindung
  • Kooperationsgrad

Eine Kooperation auf horizontaler Ebene bedeutet eine Verbindung der gleichen Produktions- und Handelsstufe. Der Zusammenschluss erfolgt also in der gleichen Branche.

Die vorübergehenden Unternehmenskooperationen zielen meist darauf ab, ein bestimmtes, zeitlich begrenztes Projekt gemeinsam durchzuführen.

Joint Ventures sind gemeinsam getragene körperschaftliche Gebilde und sind mit irgendeiner Form mit der Führung der Stammunternehmen verbunden. Sie sind von häufig auftretenden Patt-Situationen gekennzeichnet.

Unter einem Konzern versteht man die Zusammenfassung rechtlich selbständiger Unternehmen unter einheitlicher Führung. Der Zusammenschluss erfolgt in der Regel über eine Kapitalbeteiligung.

Die Wahl des Standortes wird durch Standortfaktoren beeinflusst:

  • Arbeitsbezogene Standortfaktoren
  • Materialbezogene Standortfaktoren
  • Absatzbezogene Standortfaktoren
  • Verkehrsbezogene Standortfaktoren
  • Immobilienbezogene Standortfaktoren
  • Umweltbezogene Standortfaktoren
  • Abgabenbezogene Standortfaktoren

Quelle: Jean-Paul Thommen, 2007

Tags: , , ,