Abschreibungsmethoden und Eignung von Abschreibungsverfahren
Montag, 23. Februar 2009 von Mischa | Finanzbuchhaltung
In der Finanzbuchhaltung werden verschiedene Abschreibungsmethoden und -verfahren unterschieden.
Abschreibungsmethoden
Abschreibungsmethoden können zwischen direkter und indirekter Abschreibung unterschieden werden.
Direkte Abschreibung
Merkmale der direkten Abschreibung:
- Die direkte Abschreibung wird auf dem Aktivkonto (z.B. Maschinen, Fahrzeuge, usw.) erfasst
- Buchung: Abschreibungen / Aktivkonto
- Der Saldo des Aktivkontos zeigt den Buchwert (der Buchwert ist der Wert gemäss Buchhaltung. Er wird auch Restwert oder Bilanzwert genannt)
- In der Bilanz ist nur der Buchwert sichtbar, jedoch nicht der Anschaffungswert
Indirekte Abschreibung
Merkmale der indirekten Abschreibung:
- Die Abschreibung wird indirekt auf einem Wertberichtigungskonto erfasst (z.B. Wertberichtigung Maschinen, Wertberichtigung Fahrzeuge, usw.). Wertberichtigung wird in der Buchhaltung oft mit “WB” abgekürzt (z.B. WB Maschinen, WB Fahrzeuge, usw.).
- Buchung: Abschreibungen / Wertberichtigungskonto
- Das Aktivkonto wird nicht berührt und zeigt immer den Anschaffungswert (Anschaffungswert = Kaufpreis + direkte Bezugskosten wie z.B. Fracht, Zoll, Transportversicherung, usw.)
- Aus der Bilanz sind der Anschaffungswert, die kumulierte Abschreibungen und der Buchwert ersichtlich
Abschreibungsverfahren
Um verschiedene Bedürfnissen gerecht zu werden, können unterschiedliche Abschreibungsverfahren verwendet werden.
Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:
- Zeit: Bei den zeitorientierten Verfahren liegt der Grund der Abschreibung in der zeitlichen Dauer der Nutzung
- Leistung: Beim leistungsorientierten Verfahren tritt anstelle der Nutzungsdauer die geschätzte Gesamtleistung (Stückzahl, km, Stunden, usw.)
Zeitorientierte Verfahren
- Lineare Abschreibung: Konstante Abschreibungsbeträge vom Anschaffungswert. Gründe für die Eignung der linearen Abschreibung:
- Abschreibungsaufwand wird gleichmässig auf die Nutzungsdauer verteilt
- Das Objekt wird während der Nutzungsdauer gleichmässig beansprucht
- Das Objekt entwertet sich gleichmässig
- Degressiv geometrische Abschreibung: Abnehmend sinkende Abschreibungsbeträge vom Buchwert. Gründe für die Eignung der degressiven Abschreibung:
- Die Wertverminderung am Anfang ist hoch
- Hohe Abschreibungen am Anfang entprechen dem Vorsichtsprinzip
- Die jährlichen Unterhalts- und Reparaturkosten steigen mit dem Alter des Objekts. Dadurch sind die jährlichen gesamten Aufwendungen (Abschreibungen + Unterhalt und Reparaturen) einigermassen konstant.
- Rascher technischer Wandel oder rascher Wandel auf dem Absatzmarkt macht hohe Abschreibungen am Anfang wünschenswert
- Degressiv arithmetische Abschreibung: Gleichmässig sinkender Abschreibungsbetrag vom Buchwert. Gründe für die Eignung sind grundsätzlich die vom degressiv geometrischen Verfahren. Der Vorteil besteht darin, dass der Restwert bei der letzten Abschreibung null beträgt. Beim degressiv geometrischen Verfahren ist das nicht der Fall da diese rechnerisch nie zum Restwert Null führt.
Leistungsorientiertes Verfahren
Der Abschreibungsbetrag richtet sich nach der jährlich erbrachten Leistung des Objekts. Gründe für die Eignung des leistungsorienteren Verfahrens:
-
- Abschreibungen werden zu besser kalkulierbaren Einzelkosten
- Bei Objekten, deren Beanspruchung vom Umsatz abhängt, werden umsatzreiche Jahre mehr, umsatzschwache Jahre weniger mit Abschreibungsaufwand belastet (Gewinnglättung)
- Die einzelnen Perioden werden gemäss der Benützung belastet (Verursacherprinzip)
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